Jörg Reichertz: Autor & Journalist

Sequel 3

Gepostet von am Dez 2, 2013 in Musik |

Digitale Klangfabrik: Sequel 3 von Steinberg

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Sequel 3 ist mit 80 Euro rund 20 Euro billiger als die Vorgängerversion, bietet aber deutlich mehr fürs Geld. Die augenfälligste Neuerung ist der Umstieg bzw. Unterstützung von VST 3 (Virtual Studio Technology). Über diese Schnittstelle lassen sich virtuelle Instrumente und Effekt-Plug-ins einbinden. Eine feine Sache, zumal Sequel 3 gleich drei exzellente Instrumenten präsentiert, die auf VST 3 basieren: Groove Agent One, Halion Sonic SE sowie der analoge Synthesizer Prologue.

Schade nur, dass Sequel 3 – ebenso wie sein Vorgänger – nicht zu VST 2 rückwärts kompatibel ist. Kostenlose Plug-ins, die auf Seiten wie etwa www.kvraudio.com zu haben sind, lassen sich also nicht nutzen. Das ist die schlechte Nachricht.
Doch zurück zu den mitgelieferten Instrumenten: Der alte „Halion Sample Player“ hat der VST-Workstation „Halion Sonic SE“ Platz gemacht, einer digitalen Klangfabrik für Hobbymusiker, die gerne mit selbst produzierten Sounds experimentieren. Der Klang ist top, da kommt Spielfreude auf. Einsteiger, denen die Programmierung der Halion Sonic SE zu komplex ist, sollten auf die rund 500 vorgefertigten Sounds der VST-Workstation zurückgreifen.

Sequel 3: Groove Agent
Gut gefallen hat mir „Groove Agent ONE“ – ein Schlagzeug- und Percussion-Modul, das ebenfalls auf VST 3 basiert. Zusammen mit dem neuen Beat-Editor lassen sich so komplexe Rhythmusstrukturen entwickeln – ein anspruchsvolles Werkzeug für Fortgeschrittene. Einsteiger greifen alternativ auf die vorgefertigten Beat-Pattern und Drum-Kits zurück.
Aufwendigere Arrangements sind kein Problem, mit Sequel 3 lassen sich bis zu 48 Audio- und 24 Instrumental-Spuren bestücken. Entweder man spielt das Material etwa per MIDI-Keyboard ein oder fischt sich aus dem Fundus von rund 5000 Loops das passende Klangmaterial heraus.

Fazit: Klanglich absolut überzeugend. Nur die VST-2-Unterstützung fehlt.

© Jörg Reichertz, Dezember 2013, alle Rechte vorbehalten