Gute Gründe, auf Linux
umzusteigen, gibt es viele. Der beste: Windows. Aber davon einmal
abgesehen - mit Linux gewinnen Sie ein deutliches Plus an Sicherheit,
Sie lernen Ihren Computer besser zu verstehen, können auf ein riesiges
Software-Archiv zugreifen, abgesehen davon läuft der PC auch wesentlich
stabiler. Und selbst wenn ein Programm einmal abstürzt, läßt es sich
sauber beenden, ohne dass gleich sämtliche Applikationen im Nirwana
verschwinden. Trotzdem trauen sich viele Anwender noch immer nicht an
Linux heran - zu kompliziert, heißt es meistens. Stimmt aber nicht, wie
der folgende Beitrag am Beispiel der Linux-Distribution "Suse
Professional 9.0" zeigt. Und keine Sorge: Sie müssen sich nicht
endgültig von Windows verabschieden, kombinieren Sie einfach die
Vorteile von Windows und Linux - nutzen Sie beide Betriebssysteme
parallel. PS: Dieser Artikel zeigt zunächst die Installation von Linux
pur - der gemischte Betrieb mit Windows XP folgt später.
A. Und tschüs: Windows
verabschiedet sich, Linux kommt
"Suse Professional 9.0" wird
mit einer beidseitig beschriebenen DVD und fünf CDs ausgeliefert.
Installieren können Sie das Betriebssystem von beiden Medien,
empfehlenswert ist natürlich die Doppel-DVD - spart Zeit.
1. DVD einlegen.
Rechner neu starten. Das System bootet jetzt von der DVD. Linux meldet
sich mit dem Boot-Bildschirm. Anschließend schaltet das Betriebssystem
in die Options-Ansicht: Sie sehen folgende Liste:
2. Wählen Sie
„Installation“, und drücken Sie „Enter“. Mit der Funktionstaste „F2“
können Sie den Detailstatus abfragen. Sobald Linux alle
Hardware-Komponenten korrekt erkannt hat, erscheint YaST - das
Suse-eigene Installations- und System-Administrationsprogramm.
3. Als erstes legen
Sie mit „Sprachauswahl“ die Option „Deutsch“ fest. Die gleiche Option
aktivieren Sie im nächsten Fenster. Das Fenster
„Installationseinstellungen“ wird von YaST automatisch aktiviert. Es
gibt Ihnen einen Überblick über die aktuelle Konfiguration, sprich
Modus, Tastaturbelegung, Maus, Partionierung, Software, Systemstart,
Zeitzone, Sprache.
4. Da wir in diesem
Beispiel den Rechner komplett unter Linux betreiben, sollten Sie noch
einmal die Einstellungen unter „Partionierung“ kontrollieren. Teilen Sie
Linux den kompletten Speicherplatz der Festplatte zu. Als nächstes
ändern Sie die Konfigurationswerte der Zeitzone: Stellen Sie die
Rechneruhr von UTC auf „Ortszeit“ um. Klicken Sie auf „Übernehmen“.
5. Mit „Installation
durchführen“ und „Weiter“. übergeben Sie das Kommando wieder an YaST.
Bestätigen Sie die Dialogbox mit dem Warnhinweis mit „Ja -
installieren“. Nun formatiert Linux die Festplatte. Das dauert eine
Weile, je nach Größe des Speichermediums.
6. Sobald die
Formatierung abgeschlossen ist und Linux diverse Einstellungen
automatisch vorgenommen hat, bootet der Rechner neu. Es erscheint wieder
das Ausgangsmenü. Linux aktiviert selbständig die Option „Boot from
Harddisk“ - lassen Sie diese Einstellung wie sie ist.
B. Linux läßt Sie ans
Steuer: den System-Administrator festlegen
1. Nun beginnt der
spannende Teil. Als frischgebackener Systemadministrator sind Sie
erstmalig gefordert: Teilen Sie sich selbst ein Passwort zu, es darf
nicht länger als acht Zeichen lang sein. Klicken Sie auf „Weiter“. Jetzt
läuft die Erkennung der Netzwerkkomponenten an. Zumindest eine
Netzwerkschnittstelle sollte Linux erkennen, sonst können Sie sich
später nicht ins Internet einwählen. Klicken Sie auf „Weiter“. Die
Konfiguration des DSL-Zugangs behandeln wir später. Überspringen deshalb
im nächsten Fenster mit „Weiter“ den Internet-Verbindungstest. Auf der
nächsten Seite „Methode zur Benutzer-Authentifikation wählen Sie
„Einzelplatzrechner“ und setzen die Konfiguration mit „Weiter“ fort.
2. Nun legen Sie den
ersten Benutzer an. Das ist zwingend nötig, denn im Normalbetrieb
arbeiten Sie unter Linux niemals als Administrator/Root. Wichtig:
Schützen Sie Ihren Benutzer-Account unbedingt mit einem anderen Passwort
- verwenden Sie niemals das Administrator-Passwort für einen
Benutzer-Account. Schließen Sie diese Eingaben mit „Weiter“ ab. Die
folgende Seite überspringen Sie ebenfalls mit „Weiter“.
3. Kontrollieren Sie
die Hardware-Konfiguration und betätigen Sie diese mit „Weiter“. Nach
einem Klick auf „Beenden“ geht’s auf zur Anmeldung.
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Geschafft -
Linux läuft, ab jetzt können Sie mit dem
Feinschliff des Betriebssystems beginnen |
C. Linux ohne Brille:
Bildschirmschriften anpassen
Standardmäßig verwendet
Linux relativ kleine Bildschirm- und Menü-Schriften. Der Lesbarkeit
wegen empfiehlt es sich, sämtliche Einstellungen zu ändern und als
Schriftgröße 11 oder 12 Punkt zu wählen.
1. Klicken Sie links
unten in der Leiste auf den grünen Button. Wählen Sie „Kontrollzentrum“.
Aktivieren Sie in der folgenden Liste die Option „Erscheinungsbild &
Design“ und danach „Schriften“. Die Dialogbox Schriften-Kontrollzentrum
öffnet sich.
2. Stellen Sie
überall die Schriftgröße 11 oder 12 Punkt ein. Bestätigen Sie mit
„Anwenden“. Hinweis: Sie können diese Einstellungen natürlich jederzeit
wieder nachträglich ändern.
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Bei hohen
Bildschirmauflösungen lohnt es sich,
die Schriftgrößen anzupassen
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©
Jörg Reichertz, 19. Mai
2004,
alle Rechte
vorbehalten