Geocaching - das ist ein
ungewöhnlicher Mix aus Natur und Technik. Mitmachen kann jeder, der
einen GPS-Empfänger besitzt, zum Beispiel das quietschgelbe Etrex von
Garmin. Einfache Geräte gibt es schon ab 120 Euro - mehr an Ausrüstung
braucht man anfangs nicht.

Volltreffer: Der Cache "IsarMuc" ist in
München in der Nähe der Isar versteckt. Wenn Sie ihn finden wollen,
schnappen Sie sich gleich ein
GPS-Gerät und tippen die folgenden Koordinaten ein:
N 48°
06.890 E 011° 33.541
Die Regeln beim Geocaching: Sie
füllen eine Plastikdose oder irgendeinen anderen wetterfesten Behälter
mit Kleinkram, Figuren aus Überraschungs-Eiern etwa und verstecken die
Dose im Gelände. Wenn der Fundort gleichzeitig ein lohnenswertes
Ausflugsziel ist, um so besser.
Die wichtigste Regel für
Einsteiger: Erst einmal fremde Schätze suchen, danach einen eigenen
Cache verstecken! So bekommen Sie am schnellsten ein Gefühl dafür,
welche Schlupfwinkel sich eignen und welche nicht.
Anschließend veröffentlichen Sie die
geografischen Koordinaten des Verstecks im Internet, etwa der
Datenbank von Geocaching (www.geocaching.com)
oder alternativ bei Navicache (www.navicache.com).
In diesen Datenbanken sind weltweit alle Schatzkisten, die sogenannten
Caches, aufgelistet. Übrigens: In Deutschland warten mittlerweile über
4000 Schatzkisten auf einen Finder, allein 100 davon im Großraum
München! Weltweit gibt es vermutlich weit über 40000 Caches - ein
internationales Hobby also.
Wer nun glaubt, mit den
geografischen Daten alleine ließe sich der Schatz heben, irrt.
Millimetergenau arbeiten GPS-Empfänger noch lange nicht. Also heißt es
suchen, jeden Stein umdrehen, jede Baumwurzel zweimal kontrollieren
und keine Erdspalte links liegen lassen. Zum Glück sind im
Beschreibungstext zum jeweiligen Cache meistens zusätzliche Hinweise
und Tipps versteckt. Genaues Lesen lohnt also immer. Bei einigen Caches müssen Sie sogar knifflige Rätsel und mathematische Aufgaben
lösen, bevor Sie schlussendlich an die Koordinaten herankommen.
Beispiel: "Auf einer Tafel findet Ihr einige Daten zu dem See. Die
größte Breite drehe um und notiere Dir die Zahl J. So groß ist der See
nicht: K m2, dafür kann er durchaus L m tief sein."

Dokumentiert: In jedem Cache liegt ein kleines Logbuch. Dort tragen
sich alle Finder ein. Im Bild: Das Logbuch des Caches "Borkumer
Duenen",
der auf der ostfriesischen Insel Borkum versteckt ist.
N 53°
36.187 E 006° 42.818
Andere Plätze findet
man nur bei absoluter Dunkelheit mitten in der Nacht. Die Hinweise
sind bei solchen Caches zum Beispiel in der Nähe von Reflektoren
versteckt, etwa beim "Dejavue
im WaldNachtTal") oder setzen eine
Kletterausrüstung und entsprechendes Know-how voraus, wie bei
Deutschlands höchstgelegenen Cache "Zugspitze Timberline" in der Nähe
der Zugspitze. Welche Strapazen man auf sich nehmen muss, um diesen
Schatz in rund 1910 Metern zu heben, zeigt die Homepage von
Günter Schwaninger.
Sein Fazit: "Eins vorneweg: Das ist nicht nur einer der schwersten
Caches in Deutschland, sondern auch gleichzeitig einer der teuersten."
Grund: Ohne professionelle Kletterausrüstung geht nichts.
Von solchen
Extremvarianten sollten Sie sich aber nicht abschrecken lassen. Die
Mehrzahl der Caches liegt in zivilisierten Gebieten, einige, die
so genannten Drive-by-Caches, sogar an Rastplätzen. Und in aller Regel
sind die Verstecke sogar so gewählt, dass auch Familien mit Kinderwagen
auf eine spannende Entdeckungsreise gehen können. Solche Caches
erkennen Sie bereits an der Bewertung bei Geocaching.com: Verstecke,
die mit ein bis zwei Sternen in Punkto Terrain und Schwierigkeit
ausgezeichnet sind, eignen sich auch für den sonntäglichen
Spaziergang.
Lesetipp:
Weiterführende Infos zu digitalen Karten wie etwa der "TOP 50", der
Konfiguration von GPS-Empfängern und dem Kartenbezugssystem "WGS 84"
finden Sie auf dieser Homepage im Artikel "Endlich Wissen, wo es
langgeht". Klicken Sie einfach auf den folgenden
[Link].
©
Jörg Reichertz,
26. März 2005, alle Rechte vorbehalten